Geschichte der Elektrizität

Die Geschichte der Erforschung und Nutzung der Elektrizität durch den Menschen ist geprägt von unermüdlichen und unkonventionellen Denkern und Tüftlern. Vor allem aus der Zeit zwischen den Jahren 1700 und 1900 sind zahlreiche Forschernamen bekannt wie Heinrich Hertz, Michael Faraday, André Marie Ampère, Alessandro Volta ...

Es sind kaum Frauen darunter und dies erstaunt nicht, wenn man die gesellschaftliche Stellung der Frau von damals betrachtet. Nur wenige Frauen konnten studieren oder wurden gefördert. Eine grosse Ausnahme ist Marie Curie, sie entdeckte zusammen mit ihrem Mann die Radioaktivität.


Marie Curie (1867 - 1934) und Pierre Curie (1859 - 1906)



Hinter den bekannten Forschern standen meist weitere Personen, die sie bei ihrer Arbeit unterstützten. Es kam sogar vor, dass die entscheidende Entdeckung von Assistenten der bekannt gewordenen Forscher gelang.

Pioniere

Ampère, André Marie
1775 – 1836


André Marie Ampère war französischer Mathematiker und Physiker. Er wurde bekannt durch seine hervorragenden Beiträge zur Elektrodynamik. Ampère wurde am 20. Januar 1775 in Polémieux-au-Mont-d'Or bei Lyon geboren. Er beschäftigte sich zunächst mit der Wahrscheinlichkeitstheorie und arbeitete als Physiklehrer in Bourg und Lyon. Später erhielt er eine Professur an der Ècole polytechnique in Paris und später am Collège de France.

Nach ihm ist das Ampère (A), die Einheit des elektrischen Stromes, benannt. Seine elektrodynamische Theorie und seine Überlegungen zum Verhältnis zwischen Elektrizität und Magnetismus veröffentlichte er in den Werken "Recueil d'observations électrodynamiques" (1822) und "Sur la théorie mathématique des phénomènes électrodynamiques" (1826). Ampère erfand das astatische Nadelpaar, das die Grundlage für das moderne astatische Galvanometer bildete. Er erkannte, dass sich zwei stromdurchflossene parallele Leiter weiter gegenseitig anziehen, wenn der Strom in die gleiche Richtung fliesst, und sie sich gegenseitig abstossen, wenn der Strom in entgegengesetzter Richtung fliesst (Ampère'sche Regel).

Ampère starb während einer dienstlichen Reise am 10. Juni 1836 in Marseille.

Bell, Alexander Graham
1847 – 1922 


Alexander Graham Bell war amerikanischer Erfinder und Taubstummenlehrer, der durch die Erfindung des Telefons Berühmtheit erlangte.

Bell wurde am 3. März 1847 in Edinburgh geboren und studierte an den Universitäten in Edinburgh und London. Er wanderte 1870 nach Kanada und 1871 in die Vereinigten Staaten von Amerika aus. Dort begann er, Taubstumme zu unterrichten und propagierte das System der "sichtbaren Sprache". Dieses System war von seinem Vater, dem schottischen Erzieher Alexander Melville, entwickelt worden. Bell wies nach, wie Lippen, Zunge und Kehle zur Artikulation von Lauten genutzt werden können. Im Jahr 1872 gründete Bell in Boston (Massachusetts) eine Schule für Taubstumme. Sie wurde später der Universität Boston angegliedert, wo Bell zum Professor für Stimmphysiologie berufen wurde. 1882 nahm Bell die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Schon mit 18 Jahren hatte Bell daran gearbeitet, Gespräche zu übertragen. 1874 - während der Arbeit an einem multiplen Telegraphen - entwickelte er die grundlegenden Ideen für das Telefon. Die Experimente mit seinem Assistenten Thomas Watson waren am 10. März 1876 endlich von Erfolg gekrönt: Bell übertrug den vollständigen Satz: "Watson, kommen Sie hierher, ich brauche Sie. "Spätere Vorführungen, darunter besonders diejenigen auf der 1876 stattfindenden Centennial Exposition in Philadelphia (Pennsylvania), führten zur weltweiten Verbreitung des Telefons und 1877 zur Gründung der Bell Telefone Company. Für seine Erfindung verlieh ihm Frankreich 1880 den Volta-Preis im Wert von 50 000 Franc. Mit diesem Geld gründete er das Volta Laboratory in Washington D.C., wo er im gleichen Jahr mit seinen Mitarbeitern das Photophon entwickelte, mit dem Sprache durch Lichtstrahlen übertragen wird. Weitere Erfindungen waren das Audiometer (zur Messung der Gehörschärfe), die Induktionswaage (zur Lokalisierung von Metallgegenständen im menschlichen Körper) und die erste Walze, die auf Wachs aufzeichnen konnte. Diese Walze, die im Jahr 1886 eingeführt wurde, bildete zusammen mit einer flachen Wachsscheibe die Grundlage für das Grammophon.

Bell war einer der Begründer der National Geographic Society, der er von 1896 bis 1904 als Präsident vorstand. 1883 begründete er ausserdem die Zeitschrift Science. Nach 1895 wandte sich Bell dem Flugwesen zu. Viele seiner Erfindungen auf diesem Gebiet wurden in der Nähe seines Sommerwohnsitzes Baddeck auf Cape Breton Island in Nova Scotia (Kanada) erstmalig getestet. Bells Flugstudien begannen mit der Konstruktion grosser Drachen; 1907 erfand er einen Drachen, der eine Person tragen konnte. Zusammen mit einer Gruppe von Mitarbeitern, unter denen sich auch der amerikanische Erfinder und Flieger Glenn Hammond Curtiss befand, entwickelte Bell das Querruder, einen beweglichen Teil am Flugzeugflügel zur Rollsteuerung. Sie entwickelten auch das Dreibeinfahrwerk, das zum ersten Mal den Start und die Landung auf einem Flugplatz gestattete. Die Gruppe wandte die Prinzipien des Flugwesens auf den Schiffsantrieb an und begann die Arbeit an Tragflügelbooten, die mit hoher Geschwindigkeit über das Wasser gleiten.

Bells weiterführende Studien zu Ursachen und Vererbung der Taubheit führten bis zu eugenischen Experimenten, zu deren Zweck er auch eine Schafzucht unterhielt. Bell verfasste das Buch "Duration of Life and Conditions Associated with Longevity" (1918).

Er starb am 2. August 1922 in Baddeck. Die kanadische Regierung hat dort ein Museum eingerichtet, in dem viele seiner Originalentwicklungen zu besichtigen sind.


Einstein, Albert
1879 – 1955


Hundert Jahre Einsteins "annus mirabilis"

Sternstunde der Menschheit
1905 hat sich in Bern eine Sternstunde der Menschheitsgeschichte ereignet. Während er als Beamter beim Eidgenössischen Patentamt angestellt war, entwickelte Albert Einstein an der Kramgasse 49 seine Spezielle Relativitätstheorie.


Die Formel E = mc2 wurde zum Schlüssel für das Verständnis des Universums.

Fruchtbarste Zeit in Einsteins Leben
Im selben Jahr 1905 hat Einstein auch den Quantencharakter des Lichts und die Messbarkeit der Atome erklärt. Mit insgesamt fünf Publikationen revolutionierte Einstein das physikalische Weltbild. Die Wissenschaftsgeschichte spricht vom "annus mirabilis", vom Wunderjahr 1905.

Einsteins sieben Berner Jahre waren die fruchtbarsten seines Lebens. Etwa 60 % seines relevanten wissenschaftlichen Schaffens entstand während seiner Berner Zeit.
 
Weitere Informationen:
www.einstein2005.ch (d/f/e)
www.welt-der-physik.de (d)
www.physics2005.org (e)
www.alberteinstein.info (e)  


Faraday, Michael
1791 – 1867


Francis, James B.
1815 – 1892  



Hertz, Heinrich Rudolf
1857 – 1894



Kaplan, Viktor
1876 – 1934




Pelton, Lester Allan
1829 – 1908




Thomson, William (Lord Kelvin)
1824 – 1907



Ohm, Georg Simon
1787 – 1854



Volta, Alessandro
1745 – 1827



Watt, James
1736 – 1819



Quelle und mehr Infos über die einzelnen Pioniere: Poweron